Die geheime Sprache unserer Hunde
Viele Hundebesitzer*innen kennen das Gefühl:
Der Hund schaut weg, leckt sich über die Schnauze oder gähnt plötzlich.
Dabei wirkt er doch gar nicht schläfrig.
Was steckt dahinter?
In Wahrheit spricht unser Hund mit uns – mit sogenannten Calming Signals.
Diese „Beschwichtigungssignale“ sind ein wichtiger Teil der hündischen Kommunikation,
den wir Menschen oft übersehen.
In diesem Beitrag erfährst du, was Calming Signals sind, warum sie wichtig sind und wie
du sie im Alltag deuten und sinnvoll beantworten kannst.
Was sind Calming Signals?
Calming Signals (Beschwichtigungs-Signale) sind körpersprachliche Zeichen, mit denen Hunde Spannungen abbauen, Konflikte vermeiden und anderen Hunden oder Menschen signalisieren:
„Ich meine es friedlich mit dir!“
Der Begriff wurde durch die norwegische Hundetrainerin Turid Rugaas bekannt.
Typische Calming Signals sind:
-Kopf oder Blick abwenden
(der Hund zeigt damit, dass er keine Konfrontation sucht)
-Lecken über die Schnauze
(ein Zeichen der Unsicherheit oder Beschwichtigung)
-Gähnen
(oft ein Stress-Signal in sozialen Situationen aber auch zur Bewältigung)
-Langsame Bewegung
(ein deeskalierendes Verhalten)
-Pfote heben
(Unsicherheit oder Freundlichkeit / Ambivalenz)
-im Kreis laufen
(Spannung abbauen / Konfrontation vermeiden)
-Blinzeln
(Blickkontakt unterbrechen bzw entschärfen – beruhigendes Signal)
Warum zeigt mein Hund das?
Hunde nutzen Calming Signals, wenn sie sich unwohl fühlen oder Spannung wahrnehmen.
Diese Signale richten sich nicht nur an andere Hunde, sondern auch an uns Menschen.
Ein Beispiel:
Du beugst dich frontal über deinen Hund und er beginnt zu gähnen – das ist nicht
Müdigkeit, sondern ein Hinweis darauf, dass er deinen direkten Blickkontakt als
unangenehm empfindet.
Wie kannst du als Mensch darauf reagieren?
Beobachte deinen Hund aufmerksam und nimm seine Signale ernst.
Wenn er beschwichtigt, nimm den Druck raus – dreh dich etwas weg, sprich ruhiger oder gib ihm Raum.
So stärkst du das Vertrauen zwischen euch und förderst eine harmonische
Kommunikation.
Tipp für deinen Alltag:
Beobachte deinen Hund in den nächsten Tagen einmal bewusst auf seine Calming Signals.
Du wirst überrascht sein, wie oft er „mit dir spricht“ – ganz ohne Bellen.
Das bewusste Wahrnehmen dieser feinen Körpersprache ist ein großer Schritt hin zu einem verständnisvollen und respektvollen Miteinander.
Wichtig ist:
Calming Signals sollten niemals isoliert bewertet werden.
Jedes einzelne Signal muss immer im Kontext der gesamten Körpersprache sowie der
aktuellen Situation betrachtet werden.
Nur so lässt sich das Verhalten des Hundes wirklich richtig verstehen.
Wenn du dir unsicher bist, was dir dein Hund mit seinen Calming Signals sagen möchte,
helfe ich dir gerne weiter – melde dich einfach bei mir.